Erziehung und Ausbildung
Kinder aus der Kaste der Dalits, der "Unberührbaren" leben unter unwürdigen Verhältnissen und in bitterer Armut. Den Lebensunterhalt verdienen sie sich auf der Strasse oder durch die gesellschaftlich diskriminierte Tätigkeit, in die ihre Kastenzugehörigkeit sie zwingt. Häufig halten die Familien den Problemen nicht stand und zerbrechen. Die Kinder verwahrlosen, lernen keine sozialen Bindungen kennen und sind gesundheitlich angeschlagen. Ihre Zukunft ist von Geburt an belastet. Alle Familienmitglieder, einschließlich der Kinder, sind mit dem alltäglichen Kampf ums Überleben beschäftigt. Ohne Hilfe sind ihre Chancen für ein besseres Leben gleich null. Das gilt besonders für die Mädchen.
Mehrere Projekte der DNH widmen sich diesen Kindern. Ziel dieser Projekte ist, den heranwachsenden Kindern Lebenschancen durch eine gründliche Ausbildung zu eröffnen, Selbstbewusstsein und Selbstbehauptungswillen durch schulische und andere Erfolge zu stärken und die soziale Kompetenz durch gemeinsames Handeln und Erleben zu trainieren.
Die DNH hat im Laufe der Jahre mehrere Schulgebäude errichtet und finanziert Lehrergehälter und Lehrmittelausstattung in 10 verschiedenen Schulen. Unter den vielen von der DNH unterstützten Schul- und Ausbildungsprojekten seien beispielhaft Children Nepal in Pokhara und ein Projekt zur Lehrerfortbildung und Verbesserung der Lehrmittelausstattung genannt.
Seit 1995 unterstützt die DNH in Pokhara, in Zusammenarbeit mit Children Nepal, ein Projekt, das Mädchen aus der untersten Kaste den Schulbesuch ermöglicht. Für die überwiegend im Slum wohnenden Mädchen besteht ohne dieses Projekt keine Möglichkeit einer Schulbildung. Die Förderung der Mädchen erfolgt unter Einbeziehung der Eltern in öffentlichen Schulen. Zusätzlich erhalten sie vor und nach der Schule individuellen Nachhilfeunterricht. Sozialarbeiter suchen regelmäßig das Elternhaus auf und vermitteln bei familiären und schulischen Problemen. Eltern und ältere Mädchen übernehmen in Selbsthilfegruppen Eigenverantwortung.
Neben der Bezahlung der hauptamtlichen Lehrer und Sozialarbeiter, stellt die DNH Mittel für Aufnahmegebühr, Schuluniform, Unterrichtsmaterial und medizinische Betreuung zur Verfügung.
Durch die Ausbildung in öffentlichen Schulen lernen die Mädchen, sich in einem sozial heterogenen Umfeld zu behaupten und Probleme unter Mithilfe der Sozialarbeiter gewaltfrei zu lösen. Von besonderer Bedeutung sind die Rückwirkungen dieses Projektes auf Familie und öffentliche Schulen. Erfolgserlebnisse der Kinder und Elternmitarbeit in Selbsthilfegruppen durchbrechen die Apathie der Eltern. Unterschiedliche Lernvoraussetzungen und ein breites soziales Spektrum erfordern verbesserte Lehrmethoden und geänderte innere Einstellungen der Lehrer.
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Die Lehrerausbildung lässt in Nepal wie in vielen anderen Entwicklungsländer zu wünschen übrig. Eine staatlich geregelte, regelmäßige Fort- und Weiterbildung findet nicht statt. Die Lehrer haben in der Regel kaum eine pädagogische Ausbildung und moderne, didaktische durchdachte Unterrichtsmethoden sind ihnen fremd.
Seit 2002 wird deshalb ein Projekt zur Lehrerfortbildung finanziert. An allen Schulen, die von der DNH unterstützt werden, sorgen wir dafür, dass ein Großteil des jeweiligen Lehrkollegiums eine mehrmonatige bis einjährige Weiterbildung an der Rato Bangala School in Patan erhält. Die zusätzliche pädagogische Ausbildung zeigt sehr positive Effekte auf das Unterrichtsniveau und die Motivation von Lehrern und Schüler. Die Lehrerfortbildung ist deshalb zu einem zentralen Anliegen der DNH geworden.
Doch ohne entsprechende Unterrichtsmaterialien kommt auch ein noch so gut geschulter Pädagoge irgendwann an seine Grenzen. In Abstimmung auf die Lehrerweiterbildung wurden in der Rato Bangala School Lehrmaterialien zusammengestellt, welche helfen, die wesentlichen Wissensgebiete kind- und nepalgerecht zu vermitteln. Jede von der DNH unterstützte Schule erhält einen solchen Satz an Lehrmaterialien, verpackt in einer großen Blechkiste, einem sog. "Tin Trunk".
Über unsere Schulprojekte haben wir einen Dokumentarfilm gedreht:
Bessere Dorfschulen in Nepal
Nepal ist unbestritten ein sehr schönes Land, aber bitterarm. Die heranwachsenden Kinder erhalten, wenn überhaupt, nur eine unzureichende Schulbildung. Dabei wäre Bildung ein Ausweg aus der Armut. Doch dafür müssen die im Prinzip allen zugänglichen Dorfschulen besser werden. Dieser Film zeigt am Beispiel eines kleinen Mädchens, Suntali, wie einfache Dorfschulen durch kindgerechte Unterrichtsmethoden und einschlägig ausgebildete Lehrer, die ihre Aufgabe ernst nehmen, zu Stätten der Bildung werden. Neben dem ABC und Rechnen wird soziale Kompetenz erworben. Der Film liefert ein realistisches Bild der in Entwicklungsländern anzutreffenden Situation und zeigt, wie man Abhilfe schaffen kann.
Den gesamten Dokumentarfilm können Sie als DVD (38 min) mit dem nachfolgenden Formular bestellen.
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