Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung in Nepal ist schlecht.
Auf 27.000 Menschen kommt ein Arzt.
Von 1.000 Kindern sterben 128 in den ersten fünf Lebensjahren.
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 53 Jahren.
Krankheiten oder Unfälle stürzen die Menschen in Nepal häufig in bittere Armut. Kein Versicherungssystem übernimmt die Kosten oder schützt vor den Folgen der Krankheit. Ärzte oder Kliniken sind oft viele Tagesmärsche entfernt.
Die DNH unterstützt mit der Armenapotheke im Bir Hospital in Kathmandu die ärmsten Patienten. Das Kidney Centre und andere Einrichtungen zur Behandlung chronisch nierenkranker Patienten werden materiell, fachlich und mit zweckgebundenen Spenden auch finanziell unterstützt. Weitere medizinische Einrichtungen erhalten regelmäßige finanzielle oder materielle Hilfe.
Diese Institution mit schon fast legendärem Ruf geht auf die Initiative Christine Hoffmanns zurück.
Sie arbeitete in den Jahren 1980-1993 im staatlichen BIR-Hospital, dem zentralen Krankenhaus Nepals, als Freiwillige und versorgte vorwiegend schwerstverbrannte Patienten. Da in Nepal die medizinische Versorgung nicht von Krankenkassen oder Versicherungen getragen wird, fallen alle Kosten auf den Patienten zurück. Kann dieser eine auch noch so dringende Behandlung nicht bezahlen, wird sie auch nicht ausgeführt! Betroffen sind natürlich in erster Linie die Ärmsten.
Christine richtete im BIR-Hospital eine Armenapotheke „Christine´s Dispensary“ ein, wo nachweislich mittellose Patienten kostenlos Medikamente erhalten, soweit diese vorrätig oder beschaffbar sind. Nachdem Schwester Christine 1993 ihre Arbeit in Nepal aus gesundheitlichen Gründen beenden musste, übernahm die DNH die Weiterführung der Dispensary.
Ein 3-köpfiges Mitarbeiterteam ist durch ein wohl sortiertes Medikamentenlager in der Lage, schnell mit Medikamenten oder medizinischen Teilen auszuhelfen. Pro Jahr finden weit über 20 000 Patientenkontakte statt, Tendenz steigend. Heute ist die Dispensary mit einem Etat von über 50 000 € das größte von der DNH geleitete Projekt.
Seit 2007 unterstützt uns die Nepalhilfe Beilngries mit einem jährlichen Betrag von 20 000 € großzügig bei der Finanzierung der Armenapotheke. Mit diesem Betrag kann der Medikamentenbedarf für jeweils 6 Monaten finanziert werden.
Unterstützung nephrologischer Einrichtungen,
Kathm.
In Nepal gibt es wie in jedem anderen Land der Welt chronisch nierenkranke Patienten, die teilweise nur mit Hilfe der Dialyse oder einer Nierentransplantation überleben können. Um die medizinische Versorgung dieser Patienten zu verbessern wurde 1997 das National Kidney Centre (NKC) gegründet. Engagierte DNH-Mitglieder und DNH-Freunde, die in Deutschland größtenteils beruflich in der Versorgung nierenkranker Patienten tätig sind, haben durch Einwerben von Sach- und Geldspenden, sowie durch ihre fachliche Hilfe das Zentrum mit aufgebaut.
Mit regelmäßigen Hilfslieferungen wurde das Zentrum in den folgenden Jahren mehrfach erweitert und bezüglich Ausstattung und medizinischem Standard ständig verbessert. Das NKC ist mittlerweile mit 30 Dialyseplätzen die größte Einrichtung dieser Art in ganz Nepal. Das Zentrum ist bezüglich Fachwissen zwischenzeitlich autark und, was die technische Ausstattung angeht, auf eine solide Basis gestellt.
Großzügige Sachspenden aus Deutschland ermöglichen es, dass die DNH seit 2009 auch andere Krankenhäuser unterstützt und so das Behandlungsangebot für nierenkranke Patienten in Nepal erweitert.
Weitere medizinische Einrichtungen
In Jorpati, bei Bodnath, wurde 2002 das Spinal Injury Rehabilitation Centre gegründet. Es ist die einzige Einrichtung in Nepal, die sich um die Rehabilitation von Patienten mit Rückenmarksverletzungen und Querschnittslähmungen kümmert. Die DNH hat einen Teil der Geräteausstattung finanziert und gibt eine jährliche Unterstützung. 2008 konnte das Zentrum dank großzügiger internationaler Spenden ein eigenes Rehabilitationskrankenhaus in Sanga im Kavre-Distrikt errichten und dorthin umziehen.





